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Ausrichtung der Arbeitsgruppe

Das Interesse meiner Arbeitsgruppe konzentriert sich Fragestellungen im Kontext der Zellulären Signalübermittlung (Signal transduction), der Zelldifferenzierung und der Genom Rekombination in der Meiose. Wir verwenden für unsere Studien die Bäckerhefe
Saccharomyces cerevisiae als Modelorganismus. Ein wichtiger Teil unserer Arbeit konzentriert sich auf die Aufschlüsselung molekularer Mechanismen. Anfänglich haben wir häufig Strategien verfolgt, welche die Identifikation neuer an den zu untersuchenden Prozessen beteiligter Gene zum Ziel hatte. Diese Phase ist weitgehend abgeschlossen und unsere Arbeit konzentriert sich jetzt darauf, systemische Beschreibungen der molekularen Prozesse zu erhalten. Dabei versuchen wir unser detailliertes molekulares Wissen durch Anwendung neuer Methoden wie der Hochdurchsatz Mikroskopie mit quantitative Daten zu ergänzen und gleichzeitig mathematische Modelle für die entsprechenden Prozesse zu entwickeln. Das jeweilige Ziel dabei ist es, unser Verständnis der Prozesse soweit zu zementieren, dass die abgeleiteten Modelle quantitative Voraussagen über das Verhalten der Zelle unter nicht trivialen Bedingungen wie genetischen Störungen ermöglichen. Die für diese und ähnlich Ansätze zu verwendenden Methoden sind gegenwärtig Gegenstand hochaktueller Forschung, da man hofft, damit später einmal präzise und scharfe Instrumente in die Hand zu kriegen, welche Voraussagen über die Wirkung von Medikamenten im Kontext von Erkrankungen wie neuredegenerativen Diseases oder Krebs erlauben.

Eine der Spezialitäten in unserer Arbeitsgruppe besteht in der Anwendung von fortschrittlichen Mikroskopieverfahren, wie zum Beispiel der Fluoreszenz Kreuzkorrelations Spektroskopie (FCCS). Mit Hilfe dieser und anderer Methoden können wir die Wechselwirkungen und die Aktivität verschiedener Proteine miteinander direkt in der lebenden Zelle beobachten und messen. Um diese Methode noch besser Anwenden zu können entwickelt meine Gruppe, zusammen mit Physikern auch gegenwärtig ein neues Mikroskop, welches anstelle des momentan üblichen confokalen 1-dimensionalen FCCS Messverfahrens die Messung der Kreuzkorrelation in 2 Dimensionen ermöglichen soll. Damit werden in Zukunft einige Probleme, welche durch zelluläre heterogenitäten oder Kontraständerungen verursacht werden, vermieden. Auch soll damit die räumliche Organisation von Proteinwechselwirkungen besser untersucht werden können.

Eine weitere Richtung meiner Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit dem Evolutionären Prozess. Dabei versuchen wir den Zusammenhang zwischen der Genom Rekombination während der sexuellen Fortpflanzung und der Gestaltung der molekularen Systemen der Zelle zu verstehen. Bisher haben wir uns dabei besonders auf den Einfluss von Populationsgenetischen Parametern auf die Genomorganisation konzentriert. Diese Studien wurden in Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) durchgeführt, und beinhalteten die extrem rechenintensive Computersimulationen der evolutionären Dynamik von evolvierenden Genomen. In der Zukunft werden wir diese Studien auf verschiedene Aspekte der Struktur von funktionellen Protein Netzwerken ausweiten.