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Science and SocietyHeidelberg Forum

Daniel C. Dennett

Tuesday, 15 December 2009 at 18:00 in the Print Media Academy Kurfürstenanlage 52-60, Heidelberg

Mit freundlicher Unterstützung der Manfred Lautenschläger Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Alternsforschung

Professor Daniel C. Dennett, Tufts University

Die Entwicklung von Religionen

English Version

Poster

Die heutigen organisierten Religionen sind aus ursprünglich Tausenden verschiedenartigen religiösen Richtungen entstanden. Viele ihrer Charakteristiken sind heute wahrscheinlich überholte Anpassungen, die ihnen in früheren Zeiten den Weiterbestand sicherten. Die ersten Religionen waren vergleichbar mit in enger Umgebung des Menschen lebenden Tierarten wie Ratten, Tauben oder Küchenschaben, wilde Tierarten also, die durch natürliche Selektion die Eigenschaft entwickelt haben, in Gesellschaft des Menschen zu wachsen und zu gedeihen. Einige Charakterzüge der Religionen wurden seither domestiziert, und wie domestizierte Tiere unterscheiden diese sich folgerichtig von ihren nächsten Verwandten, während sie viele Eigenarten, die ihre Vorfahren so widerstandsfähig machten, beibehalten haben.

Biographie
Daniel Clement Dennett wurde am 28. März 1942 in Boston geboren und erhielt 1963 an der Harvard Universität seinen Bachelor in Philosophie. Im Anschluss ging er nach Oxford, um dort bei Gilbert Ryle 1965 seinen Doktor der Philosophie abzulegen. Zwischen 1965 und 1971 lehrte Daniel Dennett an der University of California und ging danach an die University of Tufts in Medford im US-Bundesstaat Massachusetts, wo er heute als Professor für Philosophie das Zentrum für Kognitionswissenschaft leitet. Dennett hat verschiedene Gastprofessuren in Harvard, Pittsburgh, Oxford sowie an der École Normale Supérieure in Paris inne gehabt.

Bekannt wurde Daniel C. Dennett durch Bücher wie Den Bann brechen: Religion als natürliches Phänomen oder Darwins gefährliches Erbe. Die Evolution und der Sinn des Lebens. Dennett gilt als einer der führenden Vertreter der Philosophie des Geistes. Es beschreibt sich selbst als Atheisten und ist Mitbegründer der sogenannten Brights-Bewegung, einem internationalen Zusammenschluss von Personen, die ein Weltbild vertreten, das für sich in Anspruch nimmt, frei vom Glauben an Übernatürliches zu sein.

Zahlreiche Bücher wie Content and Consciousness (1969), Brainstorms (1978), Elbow Room (1984), The Intentional Stance (1987), Consciousness Explained (1991), Darwin's Dangerous Idea (1995), Kinds of Minds (1996), Brainchildren: A Collection of Essays 1984-1996 (1998) und Sweet Dreams: Philosophical Obstacles to a Science of Consciousness (2005) sowie über 300 wissenschaftliche Artikel zu verschiedenen Aspekten des menschlichen Bewusstseins, die in renommierten amerikanischen Fachzeitschriften wie „Artificial Intelligence“ veröffentlicht wurden, belegen Dennetts Schaffenskraft.

Einige bedeutende amerikanische Vortragsreihen wie beispielsweise die „John Locke Vortragsreihe“ der philosophischen Fakultät der Oxford Universität wurden von Dennett geleitet. Er erhielt zahlreiche hoch dotierte amerikanische Stipendien, wie beispielsweise das Guggenheim-Stipendium, und ist seit 1987 Mitglied der American Academy of Arts and Sciences.

Die Sommer verbringt Daniel C. Dennett auf seiner Farm im US-Bundesstaat Maine, wo er sich der Kultivierung von Blaubeeren widmet und normannischen Apfelwein braut, wenn er nicht gerade auf seinem Segelschiff kreuzt.