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Science and SocietyHeidelberg Forum

Harald Zur Hausen

Dienstag, 4. Dezember 2007, 18:00 Print Media Academy, Kurfürstenanlage 52-60, Heidelberg

Mit freundlicher Unterstützung der Manfred Lautenschläger Stiftung

Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Harald zur Hausen

Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg

Krebs durch Infektion - Perspektiven einer gezielten Krebsvorbeugung

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind etwa 21% der global auftretenden Krebserkrankungen durch Infektionen verursacht. Neben viralen Erregern (Epstein-Barr Virus, humanes Herpesvirus Typ 8, "high risk" humane Papillomviren, HTLV-1, Hepatitis B- und C-Viren) sind auch Bakterien (Helicobacter pylori) und Parasiten (Schistosomen- und Leberegel-Infektionen) für Krebserkrankungen des Menschen verantwortlich. Darüber hinaus gibt es Erreger, die auf indirektem Wege zur Krebsentstehung beitragen wie etwas das humane Immundefizienz-Virus (HIV), das über Immunsuppression und Aktivierung anderer persistierender Tumorvirusinfektionen letztlich zum Tumorgeschehen beiträgt.

Gegenwärtig gibt es zwei Impfungen, die sich gezielt gegen virusbedingte Krebserkrankungen richten. Die erste betrifft das Hepatitis B-Virus, das vor allem in Asien und Afrika in wesentlichem Umfang an Leberkrebserkrankungen beteiligt ist. Die zweite Impfung ist seit etwa einem Jahr verfügbar und richtet sich gegen die wichtigsten Typen der humanen Papillomviren (HPV 16 und 18) sowie auch gegen Viren, die genitale Warzen (Condylomata acuminata) auslösen. Die Pathogenese dieser Erkrankungen und die Entwicklung der entsprechenden Impfstoffe wird beschrieben.