Komponisten

Texte von Hans Hachmann

Jean-Philippe Rameau Jean-Philippe Rameau (1683 - 1764)
Der in der Senf-Stadt Dijon geborene Klavier- beziehungsweise Cembalomeister Rameau, übrigens später auch als Opernkomponist äußerst erfolgreich, war eine der wichtigsten Musikerpersönlichkeiten Frankreichs in der Zeit des Übergangs vom Barock zur Klassik. Seine zahllosen Suiten und Charakterstücke setzen sich etwa mit der bedeutenden französischen Tradition der Couperins auseinander, sie weisen jedoch in ihrer teils hochvirtuosen Spieltechnik und individuellen Aussagekraft weit in die Zukunft. Vom Ende der 1720er Jahre stammt, die große Nachfrage der Pariser Salons befriedigend, eine zweite Sammlung "neuer" Stücke, in denen Rameau unter anderem seine phantasiereiche Veränderungskunst eines französischen Standardtanzes, einer Gavotte, in sechs Variationen (Doubles) zur Schau stellt.
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Maurice Ravel
Maurice Ravel (1875 - 1937)
Der in einem Pyrenäendorf geborene Ravel, Meister brillanter Orchesterpartituren (die er allerdings in der Regel zunächst als Klavierwerke konzipierte), hatte zwar am Pariser Conservatoire sechs Jahre Klavier studiert, er erreichte jedoch nicht die für einen erfolgreichen Abschluss erforderliche Auszeichnung. Vielleicht umfasst deshalb die "eigentliche" Klaviermusik bei ihm nur eine verhältnismäßig geringe Anzahl von Kompositionen, wenngleich er die bedeutendsten Pianisten seiner Zeit zu seinen Freunden und Beratern zählte. In der drei Sätze umfassenden Suite Gaspard de la nuit (nach Gedichten des französischen Romantikers Bertrand) übertrumpft Ravel geradezu mit einer Ansammlung von Kniffligkeiten alles bislang an technischen Schwierigkeiten im Klavierspiel vorhandene.
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Modest Mussorgsky
Modest Mussorgsky (1839 - 1881)
Mussorgsky zählte zu den wichtigsten "Erneuerern" russischer Musik, obwohl er zunächst als Seekadett während einer dreijährigen Schiffsreise quasi autodidakt zu komponieren begann. Auch ihm, dem späteren bedeutenden Musikdramatiker, diente das Klavier als "Werkstatt" und Ausgangspunkt für Orchesterwerke, wenngleich er zwar wenige, aber höchst beachtenswerte originale Klavierwerke geschaffen hat, die berühmten Bilder einer Ausstellung beispielsweise, die 48 Jahre später Ravel instrumentiert hat. Umgekehrt hat der russische Pianist und Komponist Igor Khudoley (1940 - 2001) Mussorgskys üblicherweise in der Orchesterfassung von Rimskij-Korsakow gespielte Sinfonische Dichtung Eine Nacht auf dem kahlen Berge, ein Scherzo für Orchester, effektvoll für Klavier bearbeitet.
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Peter I. Tschaikowsky
Peter I. Tschaikowsky (1840 - 1893)
Wenig bekannt ist, dass der bereits zu seinen Lebzeiten hochberühmte Tschaikowsky rund hundert das Repertoire bereichernde Klavierkompositionen geschrieben hat, deren populärste allerdings, das 1. Klavierkonzert - zunächst! - als "wertlos" und "völlig unspielbar" eingestuft wurde. Bei den Sinfonien, Opern, Sinfonischen Dichtungen, den Ouvertüren und vor allem den Balletten war das anders: durch die meisterhaft slawische und westliche Traditionen verknüpfenden Werke erlangte der Komponist und Dirigent Weltruhm. In dreien seiner bekannten Ballettsuiten verarbeitet Tschaikowsky die schönsten Einfälle aus seinen Balletten, wobei die Nussknacker-Suite bereits neun Monate vor der eigentlichen Ballettmusik vollendet war. Der russische Musiker Mikhail Pletnev hat daraus eine wirkungsvolle Klavierfantasie erstellt.
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Alexander Rosenblatt
Alexander Rosenblatt (*1956)
Alexander Rosenblatt, geboren 1956 in Moskau, wurde als ein einzigartiges Phänomen der russischen Musik in den Medien seiner Heimatstadt Moskau um 1990 gefeiert, indem er gleichermaßen als Komponist und Pianist mit spektakulären Erfolgen in der Musikszene der Metropole auf sich aufmerksam machte. Damals entstand das viel beachtete "Modern Piano Duet“, welches als Kammerensemble in zahlreichen Konzerten eigenwillige und faszinierende Kompositionen Alexander Rosenblatts präsentierte: zeitgenössisch, romantisch, von unwiderstehlichem Humor, gekennzeichnet von eingängig-populären Rhythmen und tiefwirkend-lyrischen Stimmungen und der glänzenden, publikumswirksamen Virtuosität der beiden Interpreten.
In seinen durch Nikolai Tokarew uraufgeführten „Paganini-Variationen“ reizt der am berühmten Moskauer Konservatorium Ausgebildete die Variationsmöglichkeiten des Themas, der letzten Caprice für Violine solo von Niccolo Paganini, mit größtem Effekt und unter Verwendung extremster klavieristischer Möglichkeiten aus, ohne seine großen Vorbilder bzw. Inspiratoren Gershwin und Joplin zu verleugnen.
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